Careum Explorer
Explorer

Homepage Drucken E-mail

Über Careum  |  Über Careum Explorer  |  Kontakt  |  Feedback  |  Sitemap  |  Login WEG  |  Hilfe
Suche im Portal

Fachgebiet auswählen:

Pflege allgemein und Pflege als Beruf
Fachpflege
Geburtshilfe und Gynäkologische Pflege
Pflegemanagement -ökonomie -recht
Pflegetheorie - wissenschaft - forschung - qualität
Informatik im Gesundheitsbereich
Physiotherapie
Operationstechnik
Ernährungsberatung
Medizinisch-technische Radiologie
Medizinisches Labor
Dentalhygiene
Ergotherapie

Home » Alle News
 
 

Assoziation zwischen chirurgischen Infektionspräventionskriterien und postoperativen Infektionen
Assoziation zwischen der Befolgung chirurgischer Infektionspräventionskriterien und der Rate postoperativer Infektionen?

Anne Spaar vom Züricher Horten-Zentrum ging der Frage nach, ob es eine Assoziation zwischen der Befolgung chirurgischer Infektionspräventionskriterien und der Rate postoperativer Infektionen gibt.

 

Hintergrund:

Das surgical care improvement project (SCIP) hat verschiedene Qualitätskriterien definiert, um die chirurgischen Komplikationsraten zu verringern. Sechs von neun öffentlich zugänglichen Kriterien fokussieren auf postoperative Infektionen. Die Teilnahme der Spitäler bei der Erhebung dieser Qualitätsdaten erfolgt auf freiwilliger Basis. Allerdings werden zum Teil Kostenerstattungen von Medicare und Medicaid von der Erhebung dieser Daten abhängig gemacht. Die vorliegende Studie möchte die Wirksamkeit dieser Kriterien auf die Verbesserung klinischer Outcomes untersuchen.

 
Kommentar:

  • Die Autoren schliessen aus den Ergebnissen, dass in ihrem Datensatz keine signifikante Assoziation zwischen der Befolgung einzelner SCIP-Kriterien und postoperativen Infektionsraten gezeigt werden konnte. Allerdings konnte ein kombinierter Endpunkt aus SCIP-Kriterien, die nach dem Alles-oder-Nichtsprinzip befolgt werden mussten, eine signifikante Assoziation zeigen.
  • Die Autoren folgern daraus, dass die publizierten Raten befolgter SCIP-Kriterien nicht unbedingt den Zweck erfüllen, für die Konsumenten sowie für die Versicherer als Indiz für Qualität zu dienen. Allerdings könnte ein kombinierter Endpunkt diesem Ziel näher kommen. Es sollten jedoch Methoden zur Beurteilung der Qualität eines Spitals weiter entwickelt werden, um aussagekräftige Angaben zur Verfügung stellen zu können.
  • Auch wenn für die SCIP-Kriterien in klinischen Studien ihre Eignung als Qualitätsparameter gezeigt werden konnte, muss dies nicht mit der Situation im klinischen Alltag übereinstimmen. So können postoperative Infektionen durch viel mehr Faktoren beeinflusst werden, als nur durch die SCIP-Kriterien. Es braucht deshalb laut der Autoren einen multimodalen Ansatz zur Beschreibung der Betreuungsqualität. Es ist jedoch durchaus möglich, dass die SCIP-Kriterien grundsätzlich zur Verbesserung der Qualität beigetragen haben.
  • Es ist möglich, dass auf Grund einer nicht vollständigen Erfassung der stattgehabten postoperativen Infektionen (Gefahr des Underreportings in administrativen Datensätzen) die tatsächlich vorhandenen Assoziationen unterschätzt werden.  Ebenso kann ein Selektionsbias auf Ebene der Spitäler nicht vollständig ausgeschlossen werden. Ausserdem kann die Trendanalyse nicht klar interpretiert werden, da keine Kontrollgruppe vorhanden ist.


Lesen Sie den gesamten Bericht auf der Website des Horten-Zentrums >>


Ein weiterer Artikel zum Thema findet sich beim aerzteblatt.de

 

Postoperative Infektionen: Qualitätskontrolle mit Hindernissen


Eine US-Initiative zur Vermeidung von postoperativen Infektionen hat die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Die eingeforderte Antibiotikaprophylaxe laut einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 2479-2485) zwar mit einem relativen Rückgang der Infektion assoziiert. Die absolute Zahl der Komplikationen stieg jedoch an.


Das Surgical Care Improvement Project (SCIP) wurde 2006 begonnen mit dem Ziel, die Rate der chirurgischen Komplikationen bis 2010 um ein Viertel zu senken. Seither sind alle Kliniken des Landes aufgerufen, insgesamt 9 Qualitätsmerkmale bei Operationen zu melden. Diese werden zentral ausgewertet und schließlich auf einer Internetseite, dem Hospital Compare Web, veröffentlicht.

Der Vergleich mit anderen Kliniken war als Anreiz gedacht, die Qualitätskriterien zu erfüllen, schließlich haben viele Patienten bei elektiven Operation die Wahl zwischen verschiedenen Kliniken, und Krankenhäuser mit schlechten Ergebnissen könnten wirtschaftliche Nachteile erleiden. Die Teilnahmen am SCIP ist freiwillig, doch Medicare und Medicaid haben die Vergütungen von nichtteilnehmenden Kliniken um 2 Prozent gekürzt.

 

Lesen Sie weiter >>

Quelle: Horten-Zentrum, Evimed Journal Club

Veröffentlicht: 2010-07-31

Diesen Artikel drucken oder weiterempfehlen Drucken E-mail
 
Bookmark and Share
Disclaimer Impressum