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Der Dialyse-Ratgeber
Von: Heide Sperschneider
TRIAS Ratgeber, 2008
In den Einkaufswagen Preis: 37.70 CHF

Unverzichtbares Basiswissen übersichtlich aufbereitet

Sind Sie oder einer Ihrer Angehörigen von chronischem Nierenversagen betroffen, wird Ihnen dieser Ratgeber helfen, Ihre Krankheit besser zu verstehen. Er erklärt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und zeigt Ihnen, wie Sie mit Ihrer Krankheit umgehen können, um trotz der physischen und psychischen Belastungen Ihre Lebensqualität zu sichern.

Ein gut informierter und aufgeklärter Patient ist ein besserer Patient!

Als aufgeklärter Dialysepatient haben Sie viele Möglichkeiten, einen aktiven Beitrag zur eigenen Behandlung zu leisten und unnötige Komplikationen bewusst zu vermeiden. Dieser Ratgeber soll Ihnen Mut machen und Ihnen die Notwendigkeit der eigenen Verantwortung verdeutlichen. Er erläutert detailliert alles Wissenswerte zur Dialyse, wie Sie den Dialysevorgang erleben werden und auf was Sie bei der Behandlung achten sollten.

Wie Sie sich auf ein verändertes Leben leichter einstellen

Er gibt Ihnen außerdem viele Tipps, wie Sie Ihren Alltag gestalten können, um weiterhin ein aktives Leben zu führen bzw. zu einem erfüllten Leben zurückzukehren.

 


Behandlungsmöglichkeiten (S. 34-35)

Bauchfelldialyseverfahren (Peritonealdialyseverfahren = PD)

Im Gegensatz zur Hämodialyse, bei der eine künstliche Dialysemembran (Dialysator) außerhalb des Körpers verwendet wird, dient bei der Bauchfelldialyse das Bauchfell (Peritoneum) als Dialysemembran. Das Bauchfell ist eine dünne Haut mit einer Oberfläche von 1 bis 2 m2, die die Organe des inneren Bauchraumes überzieht. Es ist sehr gut durchblutet und stellt damit eine hervorragende Austauschmembran dar.

Über einen in die Bauchwand fest eingenähten Katheter wird die Dialysierflüssigkeit aus einem Beutel in die Bauchhöhle eingelassen und umspült das Bauchfell. Die im Blut gelösten Stoffwechselprodukte (»harnpflichtige Substanzen« oder auch Schlackenstoffe genannt) sowie Flüssigkeit werden zwischen den Blutgefäßen des Bauchfells und der Dialysierflüssigkeit ausgetauscht und entfernt.

Die mit Schlackenstoffen angereicherte Flüssigkeit (Dialysat) wird nach einigen Stunden wieder durch den Katheter abgelassen und durch neue Dialysierflüssigkeit ersetzt. Für das Ein- und Auslaufen der Dialysierflüssigkeit wird die Schwerkraft genutzt, indem einmal der Beutel zum Einlaufen angehoben bzw. zum Auslaufen abgesenkt wird. Die folgende Abbildung zeigt eine schematische Darstellung der Bauchfelldialyse (Zwei- Beutel-System).

Heute stehen bereits Drei-Kammer-Beutel zur Verfügung. Im Gegensatz zur nicht kontinuierlichen Entgiftung bei der Hämodialyse (d. h. intermittierend oder periodisch, 3 × 4,15 bis 5 Stunden pro Woche) wird bei der Bauchfelldialyse langsam und stetig (kontinuierlich) entgiftet. Dies kommt dem natürlichen Entgiftungsvorgang der Niere näher. In Abhängigkeit von Häufigkeit und Art der Durchführung des Flüssigkeitsaustausches gibt es verschiedene Bauchfelldialyseverfahren: kontinuierliche ambulante Peritone- 1. aldialyse (CAPD) automatische Peritonealdialyse (APD) 2.

Kontinuierliche ambulantePeritonealdialyse (CAPD)

CAPD ist die Abkürzung für »Continuous ambulatory peritoneal Dialysis« und heißt wörtlich übersetzt: kontinuierliche ambulante Bauchfelldialyse. Die sterile Dialysierflüssigkeit, die über einen Katheter und ein spezielles Überleitungssystem in den freien Bauchraum eingeführt wird, verbleibt in der Regel 4 bis 6 Stunden in der Bauchhöhle (nachts länger) und wird anschließend durch neue Dialysierflüssigkeit ersetzt (Abb. 17).

So befindet sich ständig, also 24 Stunden am Tag, eine Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Dabei werden durch Diffusionsvorgänge »harnpflichtige Substanzen« und durch Osmose überschüssiges Wasser aus dem Gewebe in die Bauchhöhle abgegeben. Die Dialysierflüssigkeit enthält als osmotisch aktive Substanz Traubenzucker (Glukose), der aufgrund seiner Konzentration (von 1,5 bis 4,0 %) einen bestimmten »osmotischen Druck« ausübt.

Je höher die Konzentration gewählt wird, desto mehr Wasser wird aus dem Gewebe in die Bauchhöhle gezogen. Die CAPD können Sie nach einer Trainingszeit von einigen Tagen selbst durchführen. Sie werden mit dieser Art der Behandlung weitgehend unabhängig von Maschinen und von einem Dialyseinstitut. In der Regel müssen Sie sich nur einmal im Monat bei ihrem Dialysearzt vorstellen. Die Bauchfelldialyse kann jedoch nicht bei jedem Patienten angewandt werden. Voraussetzungen sind eine gewisse manuelle Geschicklichkeit, eine Duschmöglichkeit und genügend Raum zum Lagern des notwendigen Materials.
In den Einkaufswagen Preis: 37.70 CHF

 
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